Optimales Kaffeewasser Finde das richtige Wasser für den Kaffee

Marko Nasemann - kaffeeleckereien.de

Kaffee besteht praktisch nur aus Kaffeepulver und Wasser. Das die Qualität der Kaffeebohnen, aus denen wir uns das braune Pulver zaubern, für einen guten Kaffee entscheidend ist, dürfte wahrscheinlich jedem klar sein. Doch wie sieht es mit dem Wasser aus? Immerhin macht das Wasser den mit Abstand größten Teil unseres köstlichen Heißgetränkes aus. Ich finde, das ist Grund genug, sich mal genauer mit dem Wasser für die Kaffeezubereitung zu beschäftigen. In diesem Artikel geht es also darum, ein optimales Kaffeewasser für ein unvergessliches Genusserlebnis zu finden.

Ehrlich gesagt habe ich mir bis heute bei der Kaffeezubereitung nie wirklich Gedanken über das Kaffeewasser gemacht. Den Wasserhahn aufgedrehen und schon füllt sich der Wasserkocher mit dem klaren Nass aus der Leitung. Aber als ich vor kurzen begonnen habe, für meine Leser interessante Kaffeeröster zu finden, bin ich zufällig auf einen Artikel der Kaffeerösterei Murnauer gestoßen (Quelle #1). Dieser Artikel war der Anlass, sich mal etwas genauer mit dem Kaffeewasser als solches zu beschäftigen. Schnell wurde dabei zumindest mir klar, dass ich zwar viel Geld für gute Kaffeebohnen ausgebe, aber durch die Zubereitung mit „schlechtem“ Wasser trotzdem nicht zum vollen Kaffeegenuss komme. An dieser Stellte sollte ich erwähnen, dass ich in einer Gegend wohne, in der relativ kalkreiches Wasser aus der Leitung kommt.

In diesem Ratgeber werde ich das Leitungswasser mit verschiedenen stillen Wasser vergleichen, welches man für wenig Geld in fast jeden Supermarkt kaufen kann und Tipps zum Kaffeewasser geben.

Die richtige Temperatur des Kaffeewassers

Bevor ich nun anfange, Kaffees mit unterschiedlichen Wasser zu verkosten, möchte ich auf etwas hinweisen, was für das kochen eines guten Kaffees überaus wichtig ist: Die richtige Temperatur des Wassers. Es gibt zum Einen Kaffeevarianten und Rezepte, wie z.B. den bereits vorgestellten Cold Brewed Coffee, bei dem die Zubereitung mit kühlen Wasser stattfindet. Das Wasser sollte hier Zimmertemperatur haben. Für einen normalen Filterkaffee und den meisten anderen Zubereitungsformen verwendet man kochendes Wasser. Das Wasser sollte eine Temperatur zwischen 92 und 96 Grad Celsius haben. Liegt man von der Temperatur her unter 92 Grad, wird der Kaffee säuerlich. Ist die Temperatur zu hoch, verflüchtigen sich die Aromastoffe und der Kaffee wird bitter.

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Ich selber erhitze das Wasser mit einem ganz normalen Wasserkocher. Um sicherzustellen, dass das Wasser für den Kaffee auch die richtige Temperatur hat, verwende ich ein sogenanntes Eintauchthermometer. So ein Thermometer eignet sich übrigens auch hervorragend, wenn man die Milch für den perfekten Milchschaum erhitzen möchte. Aber das ist ein anderes Thema.

Wie gesagt verwende ich einen Wasserkocher. Das ist allerdings nicht wirklich optimal. Viel besser ist es, das Wasser in einem Topf aus Edelstahl oder Kupfer zu erhitzen. Man sollte das Wasser erst einmal so richtig aufkochen lassen. Durch aus Aufkochen verringert sich der Chlorgehalt im Wassers.

Um den Kalkgehalt des Wassers zu reduzieren kann man weiße Marmorsteinchen mitkochen. Es ist übrigens so, dass auch leichte Kalkränder im Topf das entkalken des Wassers fördern.

Was zeichnet das richtige Wasser aus?

Die erste Frage ist sicherlich, über welche Eigenschaften das Wasser für einen richtig guten Kaffee verfügen muss. Wirklich wichtig, sind folgende drei Eigenschaften:

Tipp: Die Eigenschaften des Leitungswassers kann man leicht durch einen Anruf beim zuständigen Wasserversorger in Erfahrung bringen. Für gewöhnlich kann man aber sagen, dass in Städten das Leitungswasser nicht geeignet ist, um einen wirklich guten Kaffee zu kochen.

Sauerstoff und Mineralien

Das Wasser für den Kaffee sollte erst einmal mineral- und sauerstoffreich sein. Die Mineralien sind wichtig, damit sich die Aromen des Kaffees entwickeln können. Der Sauerstoff im Kaffeewasser sorgt anschließend dafür, dass die gebildeten Aromen im Wasser gebunden werden.

Die Carbonhärte

Wie gerade erwähnt, braucht es Mineralien, damit der Kaffee sein Aroma perfekt ans Wasser abgeben kann. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei die sogenannte Nichtcarbonhärte. Das bedeutet, dass die Minerale Calcium und Magnesium an Mineralsäurereste, also z.B. an Cloridionen und Sulfationen, gebunden sind.

Problematisch wird es allerdings, wenn Calcium und Magnesium sich mit Kohlensäure verbindet. Man spricht dann von Carbonhärte. Dies ist eine sehr flüchtige Verbindung. Erreicht das Wasser eine Temperatur von 65 Grad Celsius, verflüchtigt sich die Kohlensäure und übrig bleibt der weiße Kesselstein (gern auch Kalk genannt). Das Calcium und Magnesium kann in diesem Fall nicht mehr Helfen, das Aroma des Kaffees zu entwickeln sondern sorgt nur noch dafür, das unsere Geräte beim Kaffee kochen „verkalken“.

Wir erinnern uns: Das optimale Kaffeewasser hat eine Temperatur von 92 bis 96 Grad Celsius und wir brauchen u.a. Calcium und Magnesium für das Aroma. Verwenden wir mineralarmes oder „kalkreiches“ Wasser, geben wir dem Kaffee gar nicht erst die Möglichkeit, sein volles Aroma optimal zu entwickeln.

Der Härtegrad des Kaffeewassers

Auch die Härte des Wassers spielt bei der Zubereitung eines guten Kaffees eine gewichtige Rolle. Das Wasser sollte nicht zu hart oder weich sein. Optimal wäre eine Wasserhärte des Bereiches 2. Das entspricht mittelhartem Wasser mit Werten zwischen 7 und 14 °dH.

Geschmackstest:
Kaffeewasser aus Flasche und Leitung

Kurz gefasst: Es war durchaus möglich, einen Unterschied zwischen den Kaffees mit einem Wasser aus der Flasche und dem Leitungswasser zu schmecken. Einen wirklichen Unterschied zwischen den einzelnen Wassern aus der Flasche konnte ich allerdings nicht schmecken.

Für den Geschmackstest habe ich mir im Supermarkt drei verschiedene Wasser ohne Kohlensäure besorgt:

  • Gerolsteiner Naturel – 1,5 Ltr. für 0,79 Euro
  • ViO still – 1,5 Ltr. für 0,79 Euro
  • Vittel – 1,5 Ltr. für 0,45 Euro

Als viertes Wasser nahm ich ganz normales Wasser aus der Leitung.

Versuchsaufbau:

Zum Aufbrühen verwendete ich für jedes Wasser 12g frisch gemahlenen Kaffee und 120ml vom jeweiligen Wasser. Jedes Wasser wurde in einem Topf richtig zum Kochen gebracht. Anschließend wurde gewartet, bis das Wasser auf 94 Grad Celsius abgekühlt war. Aufgebrüht wurde das Wasser mit dem Filter HARIO V60. Wie genau ist im Artikel Kaffee mit Handfilter kochen beschrieben. Alle Kaffees wurden blind verkostet. Soll heißen: Alle waren in einer neutralen Kaffeetasse, ohne das ich wusste, welcher Kaffee mit welchem Wasser gekocht wurde. Zwischen den Kaffees habe ich mir mit normalem Wasser den Mund ausgespült.

Es wurden fünf Durchgänge gemacht.

Ergebnis:

Das Ergebnis war recht eindeutig. In vier von fünf Durchgängen konnte ich das Leitungswasser rausschmecken. Anders sah es mit den Wassern aus der Flasche aus. Bei fünf Durchgängen mit je vier Wassern – also insgesamt 20 Geschmackstest – hatte ich nur drei Treffer. Es war mir also nicht möglich, einen Unterschied zwischen den Wassern zu schmecken.

Fazit von diesem Test:

Es war praktisch egal, welches der gekauften Wasser ich verwendet habe. Das ich einen Unterschied zwischen dem Wasser aus der Leitung und dem Wasser aus der Flasche schmecken konnte, lag sicher an der bereits erwähnten Wasserqualität, des hiesigen Leitungswassers. In vielen anderen Gebieten Deutschlands ist das Leitungswasser ebenfalls nicht das Beste zum Kaffee kochen. Daher würde ich persönlich raten, einfach mal selber zu Testen, ob man einen Unterschied schmeckt. Wenn ja, sollte es aber reichen, ein günstiges Wasser aus dem Supermarkt als Kaffeewasser zu verwenden.

Für alle die weiterhin Leitungswasser nehmen

Ich persönlich werde wohl in Zukunft meinen „Genusskaffee“ mit gekauftem Wasser genießen. Meinen Bürokaffee, den ich mit meiner Filter-Kaffeemaschine zubereite, werde ich sicherlich weiterhin mit Leitungswasser kochen. Glücklicherweise gibt es ja für wenig Geld Wasserfilter zu kaufen. So einen Wasserfilter werde ich mir wahrscheinlich zulegen.

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Wie gerade angedeutet kann man die Qualität des Leitungswassers durch einen Wasserfilter deutlich verbessern. Außerdem ist es beim Kochen mit Leitungswasser wichtig, dass man das Wasser erst einmal kurz laufen lässt. Der Sinn dahinter ist, dass das Wasser einige Zeit in der Leitung stand und somit etwas abgestanden ist. Lässt man das Wasser kurz laufen, verwendet man für seinen Kaffee „frisches“ Wasser. Man muss das Wasser übrigens nicht einfach im Ablauf verschwinden lassen. Dieses etwas abgestandene Wasser eignet sich beispielsweise hervorragend um seine Blumen zu gießen.

Weitere Tipps habe ich eigentlich bereits im Abschnitt übers Wasser kochen gegeben. Um den Kalkgehalt des Wassers zu reduzieren kann man beispielsweise weißen Marmor mit ins Wasser geben. Außerdem kann man das Wasser mehrmals aufkochen, um den Chlorgehalt zu reduzieren. Dabei sollte man es aber nicht übertreiben. Es ist nämlich auch möglich, dass Wasser „tot zu kochen“.

Fazit

Ich selber habe auch diesem kleinen Test gelernt, wie wichtig es ist, das „richtige“ Wasser zum Kochen des Kaffees zu verwenden. Aber auch wenn der Unterschied durchaus schmeckbar war, werde ich gekauftes Wasser nur bei hochwertigen Kaffees verwenden. Meinen Bürokaffee werde ich weiterhin mit Leitungswasser in der Maschine kochen. Der Grund hierfür ist einfach Bequemlichkeit. Allerdings werde ich auch für den Maschinenkaffee die Wasserqualität verbessern, indem ich zukünftig einen Wasserfilter verwende.

Genannte Quelle zum optimale Kaffeewasser

1.) Wie wichtig ist das richtige Wasser?
Artikel der Kaffeerösterei Murnauer

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