Kaffee mit Handfilter kochen So lecker wie zu Omas Zeiten

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Immer mehr Menschen kochen ihren Kaffee wieder so, wie man es zu Großmutters-Zeiten gemacht hat: Eine Hand voll grob gemahlener Bohnen in einen Filter geben und dann das heiße Wasser direkt durch den Filter in eine Tasse oder Kanne laufen lassen. Das Ergebnis ist ein Kaffee, der deutlich besser schmeckt, als wie man es mit einer Maschine je hin bekommen würde. In diesem Artikel erkläre ich, wie der handgemachte Kaffee am besten gelingt.

Eine Hand voll guter Kaffeebohnen auf altertümliche Art mit einem Handfilter in einen aromatische Köstlichkeit zu verwandeln ist ein wunderbares Erlebnis. Das kulinarisch Abenteuer fängt bereits mit dem Mahlen des Kaffees an. Wenn sich dieser herrliche Duft von frisch gemahlenen Kaffee in der ganzen Wohnung verteilt, einfach toll. Anschließend folgt das langsame Aufgießen des Kaffees, gepaart mit der Vorfreude auf den Genuss des schwarzen Muntermachers. Diese Art der Zubereitung sollte sich kein echter Kaffeegenießer entgehen lassen.

Das braucht man um Kaffee mit den Handfilter zu brühen

Was man zum Kaffee kochen mit Handfilter braucht
Was man zum Kochen braucht

Für so einen handgefilterten Kaffee braucht es glücklicherweise nicht viel. Neben etwas Zeit braucht man natürlich erst mal eine Hand voll guter Kaffeebohnen. Dazu logischerweise noch etwas heißes Wasser sowie eine Tasse oder Kanne zum Auffangen des leckeren Getränk. Selbstverständlich benötigt man auch noch den Handfilter inkl. passender Filtertüten. Praktisch wäre auch noch eine Waage und ein Timer. Persönlich würde ich ein Handfiltersystem empfehlen. Einem Handfiltersystem besteht aus einer Kanne für den Kaffee und einen Filteraufsatz. Das ist recht praktisch, da der Handfilter somit exakt auf die Kanne passt.

Bei der Recherche zum Thema habe ich alle möglichen Formen und Preisklassen an Handfiltern und Handfiltersystem im Internet gesehen. Die günstigsten sind aus einfachen Plastik. Neben diesen Kunststofffilter gibt es auch Handfilter aus Porzellan. Porzellan-Filter empfiehlt z.B. Barista Arne Preuß in seinem Blog. Er selber verwendet einen Porzellanfilter der Firma Hario (siehe Quelle 1). Ich habe in diesem Artikel das Einsteigermodell „Pour over Kit“ V60 der Firma Hario verwendet. Der Filter ist hier aus einem hochwertigen Kunststoff und die Kanne aus Glas. Wer es edel und kunstvoll mag, sollte mal einen Blick auf das Handfiltersystem der Chemex-Karaffe werfen. Dieses Filtersystem hat mit seinem zeitlosen Design sogar ins New Yorker Museum für Modern Art gebracht (siehe Quelle 2).

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Noch ein kleiner Tipp bezüglich der Filtertüten: Es ist durchaus empfehlenswert eine Filtertüte passend zum Handfilter zu verwenden. Natürlich sind Filtertüten aus dem Supermarkt deutlich günstiger. Dafür sind diese aber meist auch von der Qualität schlechter und passen nicht optimal, was sich auf den Geschmack des Kaffees auswirken kann.

Handgefilterten Kaffee zubereiten

Es gibt wahrscheinlich verschiedene Arten, sich einen handgefilterten Kaffee zuzubereiten. Ich gebe an dieser Stelle eine einfache Anleitung, die auch mit einfachen Equipment durchgeführt werden kann:

Schritt 1 – Die Kaffeebohnen mahlen

Man braucht 12g Kaffee pro Tasse
12g Kaffee pro Tasse

Wie bei jeder anderen Kaffeezubereitung auch, sollte man die Kaffeebohnen erst kurz vor der Zubereitung mahlen. Natürlich ist es wichtig, einen guten Kaffee zu verwenden und auf die richtige Dosierung zu achten. Je nachdem wie stark man den Kaffee mag, sollte man acht bis 12 Gramm pro Tasse (120 ml) verwenden. Leider kann man die Menge nicht einfach hochrechnen. Der Grund dafür ist, dass das Wasser bei einer größeren Menge Kaffeepulver länger durchläuft und somit auch mehr Aromastoffe binden kann. Man muss also etwas mit der Menge experimentieren, bis man die für sich richtige Dosierung gefunden hat. Die Kaffeebohnen solle man übrigens schön fein mahlen.

Schritt 2 – Filtertüte in den Handfilter stecken

Den Filter nass machen
Filter nass machen

Filtertüte in den Handfilter stecken. Das hört sich so naheliegend an, dass man sich schnell fragt, warum muss man das erwähnen? Ganz einfach: Hier kann man etwas falsch machen! Als erstes sollt man die Tüte an den Kanten umknicken – Ok, das hätten die meisten sowieso gemacht. Dann sollte man die Tüte nass machen, bevor man sie in den Handfilter steckt. Der Grund dafür ist, dass sich eine nasse Filtertüte viel besser an die Konturen des Filters anpassen kann. Zusätzlich werden so etwaige Schmutzpartikel, die den Geschmack des Kaffees beeinflussen könnten, von der Oberfläche der Filtertüte entfernt.

Schritt 3 – Kaffee „anbrühen“

handfilter-anbruehen
Kaffee anbrühen

Als nächstes schüttet man das Kaffeepulver in den Filter und klopft diesen einwenig auf den Tisch, damit sich eine glatte Pulveroberfläche bildet. Anschließen drückt man in das Kaffeepulver mittig eine kleine Kuhle. Nun kommt das Wasser hinzu. Das man kochendes Wasser verwenden sollte versteht sich von selbst. Eine Wassertemperatur zwischen 92 und 96 Grad ist zum Kaffee Kochen optimal. Das Wasser darf man jetzt aber auf keinen Fall einfach so auf das Kaffeepulver schütten! Man sollte erst einmal die Oberfläche des Kaffeepulvers mit dem heißen Wasser benetzen, so dass das Pulver im Handfilter leicht aufschäumt. Anschließend läßt man den Kaffee erst einmal etwas ziehen. 30 Sekunden dürften reichen.

Schritt 4 – Den Kaffee aufbrühen

Den Kaffee aufbrühen
Kaffee aufbrühen

Im letzten Schritt geht es an das eigentliche Aufbrühen des Kaffees. Das heiße Wasser gießt man in langsam kreisende Bewegungen über das Pulver. Ich selber fange in der Mitte an und arbeite mich dann bis zum Rand vor. Wenn der Filter voll Wasser ist, wartet man, bis das Wasser komplett durchgelaufen ist. Diesen Vorgang wiederholt man so lange, bis man kein Wasser mehr hat. Wenn sich Kaffeepulver am Rand des Filters festsetzt, sollte man es mit einem gezielten Wasserstrahl lösen.

Warum schmeckt handgefilterter eigentlich anders?

Um sich einen typischen Kaffee zuzubereiten hat man drei Möglichkeiten: Kaffeemaschine, Fresch Press oder Handfilter. In der Fresch Press wird der Kaffee nicht gefiltert. Aus diesem Grund befinden sich im Kaffee feine Partikel von den Kaffeebohnen. Außerdem bekommt der Kaffee zusätzlich noch einen stärkeren Körper als ein gefilterter Kaffee. Kurz gesagt: Gefilterter Kaffee schmeckt ganz anders.

Aber warum soll man sich die Mühe mit dem Handfilter machen? Der Kaffee aus der Kaffeemaschine ist ja schließlich auch gefiltert. Das ist erst mal richtig. Beobachtet man aber mal genau, wie so eine Maschine den Mutermacher brüht, erkennt man, das eine Kaffeemaschine das Wasser ziellos in den Filter spritzt. Genau hier ist der unterschied. Weil die Maschine das Wasser unkontrolliert auf das Kaffeepulver spritzt, wird der Kaffee am Rand kaum, teils gar nicht erreicht. Beim Kochen mit einem Handfilter ist das ganz anders. Durch kreisenden Bewegungen sorgt man hier dafür, dass das heiße Wasser alle Bereiche des Filters erreicht. Man nutzt also das ganze Kaffeepulver zum aufbrühen des Kaffees.

Fazit

Ich kann nur jedem, der einen guten Kaffee zu schätzen weiß, empfehlen, sich seinen Kaffee auf die beschriebene Art zuzubereiten. Klar, wenn man keine Zeit hat, kann man auch eine Kaffeemaschine verweden. Das mache ich persönlich auch (z.B. im Büro). Aber ab und an sollte man sich die Zeit nehmen, und einen richtig guten handgefilterten Kaffee gönnen.

Links und Quellen zum Thema Kaffee mit Handfilter kochen

1.) Barista-Blog von Arne Preuß
Handfilter-Set fürs Büro

2.) Bericht auf feelGreen
Kaffee wie zu Omas Zeiten

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